Geburtstagsfeiern fernab von Wien haben ja auch etwas reizvolles. Deshalb lobe ich mir, dass das im Freundeskreis genauso gesehen wird. Der aktuellste Dank diesbezüglich gilt Sa. für ein verlängertes Wochenende auf einer Selbstversorgerhütte am Präbichl. Der An- und Abreisezeitraum konnte auf Grund des Maria Himmelfahrt-Feiertags zwischen Freitag und Dienstag selbst gewählt werden.
Bei so einer Veranstaltung gibt es bekanntermaßen immer zwei W-Fraktionen. Einerseits die Fraktion Wandern („Auf welchen Gipfel gemma heut?“). Andererseits die Fraktion Wellness („Es gibt einen Liegestuhl vor der Hütte? Dann hab ich alles was ich brauch‘.“) Als Vollzeit-Lebende – der Sommer geht bereits über Wochen, das Programm ist endlos, die Nächte sind maximalst kurz – zähle ich mich, und das natürlich nur ausnahmsweise, zur letzteren Fraktion. Für Anfänger: In diesem Fall ist es taktisch sehr klug erst sonntags anzureisen. Da reisen die ersten Gipfelstürmer bereits wieder ab, die, die noch bleiben, sind bereits etwas ausgepowert und bei den Neuankömmlingen handelt es sich mit absoluter Sicherheit ausschließlich um Wellness-Fraktion-Anhänger*. Zeigt ja schon, die Tatsache der späteren Anreise („Am Samstag mussten wir uns vom Freitagabend erholen.“).
* Herr D. meint, es muss hier heißen: „Nicht, Anfänger reisen erst am Sonntag an, sondern Profis fahren zum Finale.“
Der Sonntag wurde also mal dem gemütlichen Ankommen gewidmet. Am Montag stand ein Ausflug zum Grünen See („Die eine Stunde Seeumrundung schaffen schon alle, oder?“) am Programm. Am Dienstag folgte der Aufstieg zur Leobener Hütte („Dauert eh nur eine Stunde.“) bei Mittagshitze. Aber schließlich musste vormittags das Frühstück in aller Ausführlichkeit genossen werden. Die Grillabende davor waren immerhin nicht um 22 Uhr zu Ende. Hauptsächlich natürlich aus einem Grund: dem faszinierenden Himmel mit Millionen von Sternen. Für Stadtmenschen ist das ja so etwas Außergewöhnliches, dass vor lauter Sternderl schauen schon die Angst vor einer Genickstarre die Runde machte. Aber wenn halt dann auch noch Sommernächte mit Sternschnuppen angesagt sind, entdecken selbst die größten Stadt-Fanatiker die Landliebe für sich. Allein meine Cousine macht sich in der verwandtschaftlichen Whatsapp-Gruppe Sorgen: „Judith, du wirst hoffentlich nicht eine richtige Landpomeranze?!?! Wo sind deine Städtereisen?“ Meine umgehende Antwort, die nächsten Wochen eh wieder in Sommer-Bars in Wien und am Wörthersee zu verbringen, hat sie zutiefst beruhigt.
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